Endspurt am Bürger­hospital: Teil-Neubau nahezu fertiggestellt

Nach etwas mehr als drei Jahren Bauzeit ist es soweit: Der Teil-Neubau des Bürger­hospitals Frankfurt an der Ecke Nibelungen­allee/Richard-Wagner-Straße ist nahezu fertiggestellt. Letzte Feinschliff-Arbeiten sind noch zu erledigen, danach kann im März der Umzug beginnen. Dabei werden die einzelnen Stockwerke schrittweise bezogen, um einen möglichst reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Den Anfang machen der Zentral-OP und der Kreißsaal am 8. und 9. März. Vor Ostern soll dann das komplette Gebäude in Betrieb genommen sein. Das Bürger­hospital liegt somit voll in seinem ursprünglichen Zeitplan und auch der Kostenplan konnte eingehalten werden.

Der Zentral-OP des Bürger­hospitals wird sich um einen OP-Saal von bisher fünf auf sechs vergrößern. Und auch der neue Entbindungsbereich wächst. Er umfasst sieben anstatt vorher fünf Kreißsäle. Damit trägt das Krankenhaus der seit vielen Jahren stetig steigenden Geburtenzahl in seiner Frauenklinik Rechnung. Zusätzlich bezieht ein Pflegestation, in der vorwiegend Risiko-Schwangere versorgt werden, mit 30 Betten eines der neuen Stockwerke.

Direkt über dem Kreißsaal liegt die Intensivstation der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin und fügt sich in das räumliche Konzept des Perinatal­zentrums Level 1, in dem Schwangere und Neugeborene nach den höchsten Standards versorgt werden. Auch hier stehen der Station nicht nur mehr Platz, sondern auch mehr Pflegebetten zur Verfügung. Nach dem Umzug können dort bis zu 15 Früh- oder kranke Neugeborene versorgt werden, anstatt wie bisher elf. Zusätzlich wird es drei Intensivbetten für größere Kinder geben.

In sämtlichen Bereichen wurde großen Wert auf eine stimmige und freundliche Farbwahl gelegt. Es finden sich u. a. Reminiszenzen an das Clementine Kinder­hospital, mit dem das Bürger­hospital dieses Jahr zehnjähriges Fusionsjubiläum feiert. So greift die Pflegestation der Klinik für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin das Farbkonzept des Kinderkrankenhauses auf.

Doch nicht nur innen, auch außen spielt Gestaltung eine große Rolle. Die im Rahmen eines Wettbewerbs festgelegte Fassade, greift mit seinem Sandsteinsockel die Gründerzeitarchitektur des Nordends auf. Zusätzlich fand eines der wohl bekanntesten Frankfurter Muster – das Gerippte – seinen Eingang in die Fassade.

Groß-Projekt neigt sich der Finalisierung zu

Marcus Amberger, einer der beiden Geschäftsführer der Bürger­hospital und Clementine Kinder­hospital gGmbH und verantwortlich für den Neubau, spricht von einem historischen Meilenstein für das Bürger­hospital und dessen Patienten: „Der Neubau bringt nicht einfach nur mehr Raum. Er trägt auch dem medizinischen Fortschritt Rechnung. Dabei ist er nicht nur aus medizinischer Sicht technisch hoch ausgestattet, sondern auch in anderen Bereichen, wie z. B. dem Lärmschutz. So sorgen beispielsweise achtfachverglaste Fenster für einen idealen Lärmschutz. Der Verkehr der Nibelungen­allee ist nicht zu hören.“ Auch in Sachen Atmosphäre hat man sich an modernen Entwicklungen orientiert. So passt sich das Licht der Pflegestation und des Kreißsaals der Tageszeit an. Dies beeinflusst den Bio-Rhythmus von Patienten und Mitarbeitern positiv.“

Stolz ist Marcus Amberger auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die am Bau beteiligten Unternehmen: „So ein Neubau ist eine große Herausforderung für alle und damit meine ich nicht nur diejenigen, die direkt mit dem Bau zu tun haben. Auch die übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unsere Patientinnen und Patienten sowie unsere Nachbarn haben Einschränkungen hingenommen und viel Verständnis gezeigt. Dafür danken wir ihnen herzlich.“

Nicht zuletzt danken Marcus Amberger und sein Geschäftsführerkollege Wolfgang Heyl dem Land Hessen, das den ca. 50 Millionen Euro teuren Neubau mit 20 Millionen Euro gefördert hat: „Dabei freuen wir uns nicht allein über die finanzielle Förderung. Wir werten sie auch als Vertrauen des Landes in unser medizinisches Konzept.“

Hintergrund
Der sechsstöckige Bau an der Ecke Nibelungen­allee/Richard-Wagner-Straße beheimatet unter anderem einen nach neuesten Standards ausgestatteten OP-Bereich mit sechs Sälen und einem Aufwachbereich, einen hochmodernen Entbindungs-Bereich mit sieben Kreißsälen und einem angeschlossenen Sectio-OP sowie Intensivbetten für Frühgeborene, kranke Neugeborene und Kinder. Des Weiteren sind auf den einzelnen Etagen eine Pflegestation für die Geburtshilfe, zentrale Umkleideräume für die Mitarbeiter, die Zentralsterilisation sowie ein Parkdeck für Mitarbeiter vorgesehen.

Um Arbeitsabläufe zu vereinfachen, wurde der Neubau zudem an das bereits bestehende Bettenhochhaus in der Richard-Wagner-Straße angeschlossen. Rettungswagen können unter dem Gebäude hindurch fahren, um die Notfallambulanz des Bürger­hospitals an gewohnter Stelle zu erreichen.

Fakten

 

Baubeginn September 2015
Bauende 1. Quartal 2019
GrundsteinlegungMai 2016
RichtfestMärz 2017
Stockwerke6

UG: Umkleide
EG: Parkdeck
1. OG: OP-Bereich
2. OG: OP-Technik
3. OG: Entbindungsbereich mit sieben Kreißsälen
4. OG: Intensivbereich für Neugeborene und Kinder
5. OG: Pflegestation der Geburtshilfe
6. OG: Zentralsterilisation
KostenCa. 50 Millionen Euro
Förderung durch das Land Hessen20 Millionen Euro
NettogrundflächeCa. 8.800 m²
Max. Gebäudehöhe33,2 m
Architekten

Gebäude: WRL Architekten GmbH

Fassade: Braun & Güth Architekten

Verbaute Türen436
Verbaute Fenster305
Verbaute Beton Fertigteile83
Verlegte km ElektrokabelCa. 3.445
Verbauter Betonstahl Ca. 802 Tonnen

 

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