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Verlegung der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie
Die Behandlung von Suchterkrankten ist seit 1997 Teil des Versorgungsauftrages des Bürgerhospitals.
Jährlich behandelt die Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie rund 400 Patient:innen stationär. „Der Bedarf für die Behandlung von Suchterkrankten wächst spürbar. Darüber hinaus erfordern die komplexen Lebensumstände von Betroffenen nicht selten Behandlungskonzepte mit Schnittstellen zu anderen psychiatrischen Spezialgebieten. Über diese verfügen wir am Bürgerhospital jedoch nicht. Und: Unsere Leistungsschwerpunkte in der Geburtshilfe, Chirurgie und Augenheilkunde erleben einen stetig wachsenden Patientenzulauf. Um diesem Bedarf weiter gerecht zu werden, müssen wir unser Leistungsspektrum stärker konzentrieren. Der Entschluss zur Verlegung einer Klinik an ein anderes Krankenhaus ist uns schwergefallen – aber wir sind davon überzeugt, dass er zu einer langfristigen Verbesserung der Patientenversorgung beiträgt“, erläutert Marcus Amberger, Sprecher der Geschäftsführung der Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gGmbH, die Hintergründe der Verlegung.
Nachdem das Hospital zum Heiligen Geist im Frühjahr dieses Jahres die Schließung seiner Geburtshilfe und den Aufbau eines psychiatrischen und psychotherapeutischen Schwerpunkts angekündigt hatte, haben beide Krankenhäuser die Möglichkeiten einer Integration der Klinik des Bürgerhospitals vertiefend diskutiert.
„Mit der geplanten Neuausrichtung unseres Hauses haben wir frühzeitig geprüft, wie wir die künftig freiwerdenden Strukturen sinnvoll für die Gesundheitsversorgung in Frankfurt nutzen können. Die Gespräche mit dem Bürgerhospital haben schnell gezeigt, dass sich hier eine gute Perspektive eröffnet. Die Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie ergänzt unser bereits bestehendes psychosomatisches Angebot fachlich hervorragend und eröffnet uns die Möglichkeit, den geplanten psychiatrischen Schwerpunkt Schritt für Schritt mit einem erfahrenen und eingespielten Team aufzubauen. Gleichzeitig schaffen wir für die Patientinnen und Patienten eine verlässliche Perspektive, indem ein etabliertes Behandlungsangebot ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann“, erklärt Manuel Zelle, Vorsitzender Geschäftsführer aller Gesellschaften der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist.
„Mein Team und ich begleiten den laufenden Prozess ergebnisorientiert. An erster Stelle steht die Fortsetzung unseres Behandlungskonzeptes zu Gunsten der betroffenen Patientinnen und Patienten. Darüber hinaus ist es mir auch sehr wichtig für meine Mitarbeitenden und mich weiterhin gute Arbeitsbedingungen vorzufinden. Aus heutiger Sicht blicke ich optimistisch auf das Projekt“, unterstreicht Dr. med. Nina Bekier, Chefärztin der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie am Bürgerhospital und Ärztliche Leiterin der Substitutionsambulanz Grüne Straße (SAGS).
Die Mitarbeitenden der Klinik wurden Mitte Juni über die Verlegungspläne informiert, ebenso wie die Mitarbeitenden der Substitutionsambulanz Grüne Straße, die im Zuge der Verlegung auch in die Trägerschaft des Hospitals zum Heiligen Geist überführt wird. „Die Gespräche mit den Mitarbeitenden sind uns nicht leichtgefallen. Einige Kolleg:innen haben den Großteil ihrer beruflichen Laufbahn am Bürgerhospital verbracht und sind mit dem Standort eng verbunden. Gleichzeitig sehen viele die positiven Effekte, die eine Verlegung der Klinik und der Aufbau eines suchtmedizinischen ersorgungsschwerpunkts für die Patientenversorgung bieten. Ich bin den Mitarbeitenden sowie Chefärztin Dr. med. Nina Bekier für den langjährigen, engagierten Einsatz sehr dankbar. Außerdem habe ich großen Respekt vor der Professionalität, mit der das Team die Verlegung der Klinik angeht“, erklärt Marcus Amberger.
Ausbau der jeweiligen Versorgungsschwerpunkte
Dem Umzug der Klinik hat nun auch das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege zugestimmt. Die Verlegung sorgt sowohl am Hospital zum Heiligen Geist als auch am Bürgerhospital für Konzentrationseffekte und stärkt – in Übereinstimmung mit den Zielen der Krankenhausreform – den Ausbau von Versorgungsschwerpunkten: „Wir gehen davon aus, dass perspektivisch weitere Geburtskliniken im Rhein-Main-Gebiet schließen werden. Insofern rechnen wir am Bürgerhospital mit einem Anstieg der Geburtenzahlen. Mit der Verlegung der Klinik können wir unsere geburtshilflichen Kapazitäten weiter ausbauen und den steigenden Bedarf auch räumlich besser bedienen“, erklärt Marcus Amberger. „Mit der Übernahme der Klinik stärken wir unser Profil in einem Versorgungsbereich, dessen Bedeutung in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen ist. Unser Ziel ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen künftig eine umfassende Behandlung aus einer Hand anzubieten - diagnostisch, therapeutisch und psychosozial. Diese Konzentration von Expertise ist ein entscheidender Vorteil für eine bedarfsgerechte und zukunftsfähige Patientenversorgung“, ergänzt Milena Mack, Geschäftsführerin aller Gesellschaften der Stiftung Hospital zum Heiligen Geist.
Umzug bis Jahresende
Die Verlegung der Klinik an ihren neuen Standort wird derzeit von einer Arbeitsgruppe koordiniert. Ziel ist es, dass spätestens zum Jahreswechsel die Mitarbeitenden der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie die Patientenversorgung an ihrem neuen Standort aufnehmen. Um Behandlungsengpässe zu vermeiden, wird die stationäre Versorgung am Bürgerhospital bis unmittelbar vor dem Umzug fortgeführt. Auch der Betrieb der Substitutionsambulanz Grünen Straße wird ohne Unterbrechung fortgesetzt – und soll nach der Überführung in die neue Trägerschaft an gleicher Stelle weiterbestehen.
Dank an langjährige Kooperationspartner
Die Klinik für Abhängigkeitserkrankungen und Konsiliarpsychiatrie sowie die Substitutionsambulanz Grüne Straße wurden 1997 bzw. 2003 als wichtige Elemente der Drogen- und Suchthilfe in Frankfurt eröffnet. In Zusammenarbeit mit Projekt- und Kooperationspartnern wie der Jugendberatung und Jugendhilfe e. V. und dem Drogenreferat der Stadt ist es seitdem gelungen, einer Vielzahl an Menschen aus der Drogenabhängigkeit zu helfen bzw. ihre körperliche und soziale Situation nachhaltig zu verbessern. „Diese Behandlungserfolge wären ohne den engen Austausch mit dem Drogenreferat und unseren Kooperationspartnern nicht möglich gewesen. Für die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit sind wir sehr dankbar. Wir werden den Übergang in die neue Trägerschaft engmaschig begleiten, um so allen bestehenden und neuen Beteiligten eine reibungslose Fortführung des Hilfs- und Behandlungsangebots zu ermöglichen“, so Marcus Amberger.
Kontakt
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Hospital zum Heiligen Geist
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Bürgerhospital und Clementine Kinderhospital gGmbH
s.wagner@bhf.de
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