Psychosomatik

Seelische Konflikte, körperliche Beschwerden und psychosoziale Belastungen stehen bei psychosomatischen Erkrankungen in wechselseitigem Verhältnis. Kinder und Jugendliche mit chronischen Beschwerden werden oftmals bei vielen Ärzten vorgestellt, bevor eine psychosomatische Erkrankung als Ursache für das Beschwerdebild festgestellt wird.

Am Clementine Kinder­hospital werden diese Kinder und Jugendlichen zur Behandlung stationär aufgenommen. In einem vertrauensvollen Setting erfolgt die Therapie mit einem interdisziplinären Team aus Ärzten, Psychotherapeuten, Pflegekräften, Musik-, Gestaltungs- und Physiotherapeuten. Logopädische und ergotherapeutische Behandlung wird bei Bedarf angeboten.

Während des stationären Aufenthaltes erhalten die Kinder Schulunterricht von der Heinrich Hoffmann Schule für Kranke. Durch die Einbindung in eine Kinderklinik kann jederzeit auf akute körperliche Erkrankungen reagiert werden. Je nach Alter und Erkrankung erfolgt die Diagnostik und Behandlung auf zwei Stationen für Patienten im Alter von 8 bis 18 Jahren oder im Kleinkind- und Grundschulalter.

Leitende Oberärztin
Dr. med. Renate Voll


Kontakt

Sekretariat

Telefon (069) 94992 - 219

Montag bis Freitag
8.00 Uhr bis 15.00 Uhr


Psychosomatische Station


Telefon (069) 94992 - 150

In Notfällen und außerhalb der genannten Zeiten:
Telefon (069) 94992 - 0


Diagnostik und Therapie

Unser Ansatz

  • Auf unseren psychosomatischen Stationen behandeln wir Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 18 Jahren, die als Folge ihrer unbewussten Konflikte unter körperlichen Symptomen und seelischen Erkrankungen leiden.
  • Unser tiefenpsychologisches Krankheitsverständnis geht davon aus, dass Symptome Ausdruck seelischer Not bzw. missglückte Versuche der Selbstheilung sind.
  • Deshalb ist es das Ziel unserer psychotherapeutischen Behandlung, mit dem Patienten gemeinsam neue Lösungsansätze zur Konfliktbewältigung zu erarbeiten, so dass psychosomatische Symptome die weitere Entwicklung nicht länger beeinträchtigen.

Unser Leistungsspektrum umfasst die Behandlung von:

  • psychosomatischen Erkrankungen
  • Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schwindel, Herzneurosen
  • Hyperventilation (somatoforme Störungen)
  • psychisch bedingten Bewegungsstörungen, psychogenen Anfällen
  • (dissoziativen Störungen)
  • Einnässen und Einkoten, Blasenentleerungsstörungen
  • Depressionen und akuten Belastungsstörungen, die sich in körperlichen Beschwerden manifestieren (z. B. Schmerzen)
  • Ess-Störungen (Magersucht, Bulimie, Übergewicht)
  • Ängsten und sozialen Phobien, die einhergehen mit körperlichen Symptomen
  • seelischen Störungen und Schulangst bei schulischen Teilleistungsstörungen (LRS, Dyskalkulie)
  • Schlafstörungen
  • Tics und tourette-syndromphobischen und zwangsneurotischen Erkrankungen
  • posttraumatischen Belastungsstörungen infolge chronischer Erkrankung
  • psychosomatischen Erkrankungen im Kleinkindalter

Psychologie und Psychotherapie umfassen bei uns folgende diagnostische Möglichkeiten:

  • kognitive Entwicklungsdiagnostik im Vorschul- und Grundschulalter
  • neuropsychologische Diagnostik (Testdiagnostik zur Messung der kognitiven Fähigkeiten, z. B. Aufmerksamkeit, Gedächtnis, logisches Denken)
  • psychosomatische Diagnostik unter Einbeziehung projektiver Testverfahren und testpsychologischer Verfahren
  • diagnostische Aufgaben innerhalb des Konsiliardienstes des Hauses



Unser Therapiekonzept,

das sich an einem methodisch-integrativen Konzept orientiert, umfasst

  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie im Rahmen der psychosomatischen Komplexbehandlung mit drei Stunden Psychotherapie pro Woche und einem Elterngespräch pro Woche
  • verhaltenstherapeutische Elemente
  • regelmäßige Teamsitzungen mit Erziehern, begleitenden Therapeuten, Mitarbeitern der Pflege und Ärzten
  • Krisenintervention
  • Einbindung von verhaltenstherapeutischen Elementen
  • Einbindung von Gestaltungstherapie, Musiktherapie und körperorientierte Therapie, als Einzel- oder als Gruppentherapie
  • Beratung und Begleitung von Angehörigen
  • psychotherapeutische Krisenintervention innerhalb des Konsiliardienstes des Hauses
  • neuropsychologische Therapie nach Schädigungen und Erkrankungen des Gehirns

Zusätzlich erfolgt Schulunterricht durch Lehrkräfte der Heinrich-Hoffmann-Schule.

Die therapeutische Gruppe der psychosomatischen Station bietet mit ihrem strukturierten und Schutz gebenden Rahmen die Möglichkeit, bestehende Probleme zu bewältigen und eigene Ressourcen zu fördern.

Durch den regelmäßigen Gedankenaustausch unter den Mitarbeitern versuchen wir, uns ein möglichst umfassendes Bild von den Patienten und den der Symptomatik zugrunde liegenden unbewussten Konflikten zu machen, um unseren Patienten gemeinsam zu helfen.

Die medizinische und psychotherapeutische Behandlung erfolgt durch Ärzte und Psychologen. Die pflegerische Betreuung übernehmen Krankenschwestern sowie Sozial- und Heilpädagogen.


Stationärer Aufenthalt

Zwei Stationen, ein Ziel

Je nach Alter und Erkrankung erfolgt die Diagnostik und Behandlung in unserer Psychosomatik auf zwei Stationen.

Auf unserer Station C3 behandeln wir Kinder und Jugendliche, die keine erhöhte medizinische Überwachungsbedürftigkeit haben. Dort bieten wir eine feste Struktur und geregelte Freizeitaktivitäten an und beurlauben die Patienten am Wochenende nach Hause.

Auf der Station C4, der Akutpsychosomatik, können wir Patienten mit Anorexia nervosa mit verlangsamtem Herzschlag nachts am Monitor medizinisch überwachen. Auf der gemischten Station C4 von Pädiatrie und Psychosomatik werden auch Patienten behandelt, die von der organischen Ursache ihrer somatoformen Beschwerden überzeugt sind.

Auf beiden Stationen werden Kinder und Jugendliche mit chronischen körperlichen Erkrankungen, insbesondere mit Störungen der Krankheitsverarbeitung und Compliance (Mitwirkung bei der Behandlung) versorgt.

Die Behandlung von Kindern mit Essstörungen ist ein besonderer Schwerpunkt der Klinik.

Gemeinsam mit den Patienten wirken wir darauf hin, seelische Konflikte zu bearbeiten und Lösungsansätze zu erstellen, die der Entwicklung des psychisch belasteten jungen Menschen eine positive Wendung geben und eine Teilhabe am sozialen, schulischen und späteren beruflichen Leben ermöglichen.

Auf beiden Stationen erfolgt wöchentlich eine psychoanalytische Supervision für die psychologischen und ärztlichen Psychotherapeuten, die begleitenden Therapeuten und die Pflege.


Stationäre Aufnahme

Die stationäre Aufnahme erfolgt nach ambulanten Vorgesprächen.

Gründe für eine stationäre Behandlung sind:

  • Die Schwere der Erkrankung.
  • Die Erkenntnis, dass ambulante Maßnahmen nicht ausreichend sind.
  • Der Leidensdruck des Patienten.


Voraussetzungen für eine stationäre Aufnahme sind

  • Die Bereitschaft des Patienten zur Therapie.
  • Die Mitarbeit der Eltern.

Bei körperlich bedrohlichen Problemen ist die kurzfristige stationäre Aufnahme auf der neuropädiatrischen Station möglich.

Stationärer Aufenthalt

Die Aufenthaltsdauer variiert zwischen zwei Wochen und drei Monaten.

Die Mitarbeiter des Pflegeteams

  • sind Bezugspersonen der Patienten und
  • gestalten mit ihnen zusammen den Alltag auf der Station.

Pädagogen und Pädagoginnen der Frankfurter Heinrich-Hoffmann-Schule für Kranke unterrichten täglich.

Eine Beurlaubung am Wochenende kann Bestandteil der Therapie sein.

In dieser Zeit soll das in der Therapie Erarbeitete reflektiert und umgesetzt werden.

Terminvereinbarung

Spezialsprechstunde für seelische Störungen chronisch kranker Kinder

Mittwochnachmittag

Telefon (069) 94992 -219

Depressive Verstimmungen und Compliance-Probleme mit mangelnder Akzeptanz und Mitarbeit von Jugendlichen bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen wie Asthma, Nieren- oder rheumatischen Erkrankungen, neurologischen Erkrankungen, Diabetes, Neurodermitis und chronischen Darmerkrankungen.


Psychosomatische Ambulanz

Sprechstunde nur nach Terminvereinbarung.

Telefon (069) 9 4992 -219

Montag bis Freitag,
9.00 Uhr bis 14.00 Uhr

Für die ambulante Behandlung wird eine Überweisung von einem Kinderarzt benötigt.

Stationäre Aufnahme

Telefon (069) 94992 -0 (Pforte)

Montag bis Sonntag
07.00 Uhr bis 23.30 Uhr

Ab 23.30 Uhr bis morgens 07.00 Uhr über die Nachtklingel vor dem Haupteingang

Die tagesstationäre oder vollstationäre Behandlung erfolgt auf Einweisung durch den behandelnden Arzt.