Gesundheits-Tipp: Wie lässt sich das Allergierisiko bereits im Babyalter senken?

Dr. med. Richard Kitz, Oberarzt der Abteilung Allergologie und Pneumologie am Clementine Kinder­hospital, gibt hilfreiche Tipps zur Allergieprävention bei Säuglingen. Dr. Kitz und sein Team behandeln am Clementine Kinder­hospital pro Jahr etwa 1.250 Kinder und Jugendliche mit Allergien, chronischen Erkrankungen der Atemwege oder schweren Infektionen ambulant und stationär.

Die wichtigste Phase der Allergieprävention im Babyalter ist nach heutiger Auffassung die Zeit der ersten vier Monate nach Geburt eines Kindes. Grundsätzlich ist das ausschließliche Stillen des Babys in den ersten vier Lebensmonaten die beste Allergieprävention durch Ernährung. Dabei muss die Mutter für das Baby keine eigene Diät einhalten. Sie sollte auf eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung schon in der Schwangerschaft achten und in der Stillzeit fortführen. Der Verzehr von Fisch aufgrund des günstigen Verhältnisses des Fettsäurespektrums wird empfohlen.

Familiäre Allergieneigung

Besteht für das Baby ein familiäres Allergierisiko, d. h. mindestens einer aus der Familie – Mutter, Vater oder ein eigenes Geschwisterkind – hat Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergisches Asthma, wird das ausschließliche Stillen in den ersten vier Lebensmonaten nochmals ausdrücklich empfohlen! Ist Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich, ist für allergiegefährdete Babys das Zufüttern von hypoallergener (HA-)Milchnahrung sinnvoll. Säuglingsnahrungen auf Sojabasis oder anderer Tiermilchbasis (Schaf, Ziege, Stute) werden zur Allergieprävention nicht empfohlen. Fehlen genetische Risikofaktoren in der Familie, kann normale Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis gefüttert werden.

Beikost

Ab dem fünften Lebensmonat ist in der Regel eine zusätzliche Ernährung (Beikost) notwendig, um den Bedarf des wachsenden Babys an Mineralstoffen, Proteinen und Eisen abzudecken. Gut geeignet sind hierzu Gemüse, Obst, Kartoffeln, Öl, Fleisch und Getreide. Die Zubereitung soll am besten als Brei erfolgen. Die Verdauung des Babys sollte durch schrittweise Steigerung an die Beikost gewöhnt werden. Komponenten wie Gemüse/Fleisch/Kartoffeln/Obst einzeln über einige Tage in die Nahrung einführen, bevor sie zusammen als Misch-Brei gegeben werden. Pro Monat am besten nur einen Misch-Brei in die Beikost einführen. Später als zu Beginn des siebten Lebensmonats sollte die Zufütterung mit Beikost nicht begonnen werden. Die Vermeidung von Übergewicht als Risikofaktor gilt bereits ab dem Babyalter. Dies gilt es, bei der Zufuhr von Beikost zu berücksichtigen. Gewichtskontrollen und Beratung sind deswegen Bestandteil der U-Untersuchungen beim Kinderarzt oder der -ärztin.

Die früher gegebene Empfehlung, „allergiepotente“ Nahrungsmittel, wie z. B. Fisch und Hühnerei, in der Beikost beim Baby und der stillenden Mutter zu meiden, gilt nicht mehr, da sie keinen Einfluss auf die Allergieentstehung gezeigt hat.

Oberarzt
Dr. med. Richard Kitz

Beiträge aus der gleichen Kategorie

06.04.2021 - Gesundheitsthemen

Videoeinblicke: Schmerz­lin­derung bei der Geburt

Dr. med. Julius Z. Wermelt, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Kinderanästhesie, erläutert in diesen Videos die Funktionsweise einer Peridualanästhesie und geht auf Fragen zur Narkose bei geplanten und sekundären Kaiserschnitten sowie bei Notkaiserschnitten ein.

22.03.2021 - Gesundheitsthemen

„Das bisschen Zucker hat meine Füße kaputt gemacht…“

Die Vorstellung, dass Diabetes doch nur „ein bisschen Zucker“ und „nicht so schlimm“ ist, ist in vielen Köpfen von Laien, Betroffenen und auch teilweise von Behandlern nach wie vor fest verankert. Doch die Realität sieht anders aus. Die steigende Anzahl von Erkrankten ist ein enormes Problem für das Gesundheitssystem. Die Klinik für Dia­beto­logie und Ernährungsmedizin bietet Betroffenen unter anderem stationäre Intensivschulungen an, um ihnen im alltäglichen Umgang mit der Krankheit zu helfen.

01.03.2021 - Gesundheitsthemen

"Ich sehe viele Vorteile in der generalistischen Pflegeausbildung."

Die Ausbildung zur 'Pflegefachfrau' und zum 'Pflegefachmann' ersetzt die bisherigen Ausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Alle Auszubildenden durchlaufen eine gemeinsame „generalistische Ausbildung“. Mit diesem Berufsabschluss haben Pflegende die Möglichkeit, ohne langwierige Anerkennungsverfahren im europäischen Ausland zu arbeiten. Was diese Änderung darüber hinaus in der Praxis bedeutet, erklärt Pflegedirektorin Oberin Christine Schwarzbeck im Interview.


Ihre Ansprechpartner in der Unternehmenskommunikation

Pressearbeit, PR und interne Kommunikation, Leitung

Silvio Wagner
Telefon 069 1500-1242

E-Mail

Referentin Unternehmenskommunikation

Meltem Yildiz
Telefon 069 1500-1240

E-Mail

Referentin Online-Kommunikation

Christiane Grundmann
Telefon 069 1500-1241

E-Mail


Folgen Sie uns auf unseren Social Media Kanälen


Gesundheits-Tipp: Wie lässt sich das Allergierisiko bereits im Babyalter senken?

Dr. med. Richard Kitz, Oberarzt der Abteilung Allergologie und Pneumologie am Clementine Kinder­hospital, gibt hilfreiche Tipps zur Allergieprävention bei Säuglingen. Dr. Kitz und sein Team behandeln am Clementine Kinder­hospital pro Jahr etwa 1.250 Kinder und Jugendliche mit Allergien, chronischen Erkrankungen der Atemwege oder schweren Infektionen ambulant und stationär.

Die wichtigste Phase der Allergieprävention im Babyalter ist nach heutiger Auffassung die Zeit der ersten vier Monate nach Geburt eines Kindes. Grundsätzlich ist das ausschließliche Stillen des Babys in den ersten vier Lebensmonaten die beste Allergieprävention durch Ernährung. Dabei muss die Mutter für das Baby keine eigene Diät einhalten. Sie sollte auf eine ausgewogene und nährstoffdeckende Ernährung schon in der Schwangerschaft achten und in der Stillzeit fortführen. Der Verzehr von Fisch aufgrund des günstigen Verhältnisses des Fettsäurespektrums wird empfohlen.

Familiäre Allergieneigung

Besteht für das Baby ein familiäres Allergierisiko, d. h. mindestens einer aus der Familie – Mutter, Vater oder ein eigenes Geschwisterkind – hat Neurodermitis, Heuschnupfen oder allergisches Asthma, wird das ausschließliche Stillen in den ersten vier Lebensmonaten nochmals ausdrücklich empfohlen! Ist Stillen nicht oder nur eingeschränkt möglich, ist für allergiegefährdete Babys das Zufüttern von hypoallergener (HA-)Milchnahrung sinnvoll. Säuglingsnahrungen auf Sojabasis oder anderer Tiermilchbasis (Schaf, Ziege, Stute) werden zur Allergieprävention nicht empfohlen. Fehlen genetische Risikofaktoren in der Familie, kann normale Säuglingsnahrung auf Kuhmilchbasis gefüttert werden.

Beikost

Ab dem fünften Lebensmonat ist in der Regel eine zusätzliche Ernährung (Beikost) notwendig, um den Bedarf des wachsenden Babys an Mineralstoffen, Proteinen und Eisen abzudecken. Gut geeignet sind hierzu Gemüse, Obst, Kartoffeln, Öl, Fleisch und Getreide. Die Zubereitung soll am besten als Brei erfolgen. Die Verdauung des Babys sollte durch schrittweise Steigerung an die Beikost gewöhnt werden. Komponenten wie Gemüse/Fleisch/Kartoffeln/Obst einzeln über einige Tage in die Nahrung einführen, bevor sie zusammen als Misch-Brei gegeben werden. Pro Monat am besten nur einen Misch-Brei in die Beikost einführen. Später als zu Beginn des siebten Lebensmonats sollte die Zufütterung mit Beikost nicht begonnen werden. Die Vermeidung von Übergewicht als Risikofaktor gilt bereits ab dem Babyalter. Dies gilt es, bei der Zufuhr von Beikost zu berücksichtigen. Gewichtskontrollen und Beratung sind deswegen Bestandteil der U-Untersuchungen beim Kinderarzt oder der -ärztin.

Die früher gegebene Empfehlung, „allergiepotente“ Nahrungsmittel, wie z. B. Fisch und Hühnerei, in der Beikost beim Baby und der stillenden Mutter zu meiden, gilt nicht mehr, da sie keinen Einfluss auf die Allergieentstehung gezeigt hat.

Oberarzt
Dr. med. Richard Kitz

Beiträge aus der gleichen Kategorie

06.04.2021 - Gesundheitsthemen

Videoeinblicke: Schmerz­lin­derung bei der Geburt

Dr. med. Julius Z. Wermelt, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Kinderanästhesie, erläutert in diesen Videos die Funktionsweise einer Peridualanästhesie und geht auf Fragen zur Narkose bei geplanten und sekundären Kaiserschnitten sowie bei Notkaiserschnitten ein.

22.03.2021 - Gesundheitsthemen

„Das bisschen Zucker hat meine Füße kaputt gemacht…“

Die Vorstellung, dass Diabetes doch nur „ein bisschen Zucker“ und „nicht so schlimm“ ist, ist in vielen Köpfen von Laien, Betroffenen und auch teilweise von Behandlern nach wie vor fest verankert. Doch die Realität sieht anders aus. Die steigende Anzahl von Erkrankten ist ein enormes Problem für das Gesundheitssystem. Die Klinik für Dia­beto­logie und Ernährungsmedizin bietet Betroffenen unter anderem stationäre Intensivschulungen an, um ihnen im alltäglichen Umgang mit der Krankheit zu helfen.

01.03.2021 - Gesundheitsthemen

"Ich sehe viele Vorteile in der generalistischen Pflegeausbildung."

Die Ausbildung zur 'Pflegefachfrau' und zum 'Pflegefachmann' ersetzt die bisherigen Ausbildungen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Alle Auszubildenden durchlaufen eine gemeinsame „generalistische Ausbildung“. Mit diesem Berufsabschluss haben Pflegende die Möglichkeit, ohne langwierige Anerkennungsverfahren im europäischen Ausland zu arbeiten. Was diese Änderung darüber hinaus in der Praxis bedeutet, erklärt Pflegedirektorin Oberin Christine Schwarzbeck im Interview.

Über die Schulter geschaut

Die Berufswelt am Krankenhaus ist vielfältig. Vor und hinter den Kulissen arbeiten unterschiedlichste Berufsgruppen zusammen, um die Patienten gesund wieder nach Hause entlassen zu können. Auf www.annersder.com stellen wir einige Berufsfelder vor.